Ich kreise gierig
über den Resten dieses Tages,
dem Erstgeborenen im neuen Jahrhundert
für das einige behaupten
es sei auch das letzte,
doch ich schere mich nicht darum,
denn ich werde es nicht erleben.
Der Schlauch der Zeit
zieht sich hinter meinen Fußstapfen
verräterisch bezeugend
dass ich hier war,
dass ich existierte.
Vor kurzem begriff ich,
dass man die Vergangenheit
mit Trauer herbeiruft.
Deshalb verspüre ich Sehnsucht
auch nach diesem Tag,
den wir verschwenderisch angebrochen
und dann verderben haben lassen.
Abwesend koste ich die Überreste
des Widerscheins, der unerbittlich
mit der Verkündigung des lautlosen Todes verblaßt.
Die Schatten der Nacht haben
am azurblauen Horizont
den Tag eingeholt und heimtückisch niedergestreckt.
Wir sind Waisenkinder der Stunde,
die mit jedem unserer Atemzüge
für jemanden die letzte ist.
Pech oder Erlösung bleibt
im Geheimnis verborgen,
weil uns die Erkenntnis fehlt
wann für uns die Glocke schlägt.

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